вторник, 20 марта 2018 г.

Über das Rauchen und Nichtrauchen von Zigaretten

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Auf der Suche nach irgendwelchen Notizen stieß ich auf eine Aufzeichnung vom 5. Januar 2014. Schon eine Weile her.
Damals gelüstete es mich nach einer Zigarette; aber da ich offiziell das Rauchen aufgegeben hatte und nur noch in Gesellschaft geschnorrte Zigaretten rauchte,  hatte ich entsprechend auch keine solchen zur Hand .
Und ich erinnerte mich an die letzte selbstgekaufte Packung Zigaretten, die ich Ende März 2007 – schon sehr lange her – in Baku aufrauchte.
Und da der Eintrag so herrlich verrückt ist und weil ich in diesen Blog schon lange nix mehr eingetragen habe, sei er denn nunmehr hier veröffentlicht:


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Ich möchte rauchen. Eine Zigarette. Aber ich habe keine Zigarette. Ich könnte rausgehen mir welche kaufen. Aber ich will mir keine kaufen. Weil ich offiziell nämlich das Rauchen aufgegeben habe.

Schon lang hab ich keine Zigaretten mehr gekauft. Die letzte selbstgekaufte Packung Zigaretten rauchte ich, wenn ich mich nicht täusche, Ende März 2007 in Baku am Flughafen in irgendeiner Kantine gemeinsam mit einem Polizisten, dessen Namen ich vergessen habe.


Über Baku reiste ich damals ab Tbilissi Richtung Deutschland, um mir mal wieder die fast schon vergessene mitteleuropäische Geistesart zu Gemüte zu führen.


Ab Tbilissi fuhr ich in Begleitung von Inga zur Aserbaidschanischen Grenze, und von dort mit dem Bus die Nacht durch nach Baku zum Flughafen.


Den Flughafen erreichte ich frühmorgens, gab mein Gepäck auf und begann, herumzustreunen. Der Flug ging erst nach Mitternacht; zum Streunen war genügend Zeit. Am liebsten wäre ich durch die Stadt geschlendert; aber ich wußte noch nicht, wie man dorthin kommt.


Plötzlich wimmelte es auf dem Flughafengelände von Polizei. Obwohl meine Papiere meines Wissens in Ordnung waren, machte das mich nervös. Ich mag solches Uniformengewimmel nicht. Entschloss mich, bevor sie anfangen, Ausweise zu kontrollieren, zur Flucht nach vorn: ging auf eine Gruppe Uniformierter zu und fragte, wie man in die Stadt kommt.


Da ergab sich dann aber eine ganz lockere ungezwungene Unterhaltung. Das Polizeiaufgebot hatte mit dem Besuch eines polnischen Würdenträgers zu tun; war, scheint's, eben derjenige, der Jahre später vor Smolensk mit dem Flugzeug verunglückte. Einer von den Polizisten, Pascha, war von Beruf eigentlich Ingenieur. Als die Fabrik, in der er arbeitete, in den postsowjetischen Wirren dicht machte und er keine seiner Ausbildung entsprechende Arbeit mehr finden konnte, ging er zur Polizei. Ich erzählte von meinem Tiflisser Bekannten Irakli, der, eigentlich Atomphysiker, gleichfalls bei der Polizei gelandet war. Trotz des wissenschaftlich wie polizeilich höheren Rangs – bei der Polizei hatte Irakli den Rang eines Obersten – verwandtes postsowjetisches Schicksal.


Pascha hatte grad Dienstschluss und nahm mich mit runter in die Stadt; führte mich auch etwas herum (obiges Foto wurde von ihm geknipst). Er brachte mich dann wieder hoch zum Flughafen und stellte mich einem seiner Kollegen vor – ich hatte ihn kurz bei meiner 'Flucht nach vorn' gesprochen -, damit der mir nach Mitternacht helfe, meine Sachen aus der zu solch später Stunde geschlossenen Gepäckaufbewahrung herauszuholen. Also war es mir vergönnt, mich bis zum Einchecken unbelastet von störendem Gepäcke im Flughafen herumzubewegen.


Gemeinsam mit diesem Polizisten, dessen Namen ich vergessen habe, leerte ich dann später in der Kantine besagte letzte selbstgekaufte Zigarettenpackung.


Und über ein Jahr später, während des russisch-georgischen Krieges, gab ich Inga – die es in den Kriegswirren nach Baku verschlagen hatte – Paschas Telefonnummer durch. Besonders viel konnte er ihr nicht helfen; aber immerhin: da war jemand, an den sie sich wenden konnte. Selbst lebte ich damals in Odessa.


Und daß Inga während ihres kurzen aserbaidschanischen Exils sich an Pascha wenden konnte, geht denn auf das Karma jenes zu jener Zeit noch unter den Lebenden weilenden polnischen Würdenträgers.


Soviel zu der letzten selbstgekauften Packung Zigaretten.
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Im Laufe der seit jener Aufzeichnung verflossenen Jahre
fing ich dann irgendwann wieder an,
mir Zigaretten zu kaufen;
und bis zum heutigen Tage ist das so geblieben.

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So isses

 

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