пятница, 2 декабря 2022 г.

Von Erbschaften und Schenkungen

 

 


 Seit etwa drei Wochen werde ich ununterbrochen und in allen möglichen Sprachen von allen möglichen Seiten mit Facebook-Kontaktanfragen, WhatsApp-Nachrichten und sonstigem beehrt. Hatte ich noch nie. Vermute, daß irgendwo irgendwas über mich veröffentlicht wurde; keine Ahnung.

Außer Werbung für Schlankheitsmittel, Einladungen zu Sexchats und sogar einigen ernsthaften neuen Kontakten brachte die Kontaktanfragen-Welle noch eine Woge von mir zugedachten riesigen Erbschaften und Schenkungen, für die ich, um Millionär zu werden, als erstes die vergleichsweise harmlosen Verwaltungsgebühren zahlen müsste. 

Ärgerlich die Zudringlichkeit der die Erbschaft verwaltenden "Notare" und "Anwälte"; zeitweise piepst alle paar Minuten das WhatsApp. Doch manche von ihnen sind von solch erfrischender Dämlichkeit, dass sie Material liefern für literarische Verarbeitung. Vielleicht tu ich es noch.

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Grad eben schickte ich einen von ihnen zum Teufel (ob er es bemerkt hat, weiß ich nicht):

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Ich:  

 "Machen wir es so: Sie - oder sonst jemand - zahlt für mich die 490 Euro Verwaltungsgebühren. Nach Erhalt der versprochenen Summe überweise ich Ihnen - oder wem auch immer - das zehnfache der Summe, bzw. aufgerundet 5000 Euro. -Wenn es ehrlich ist, wenn ein solcher an mich zu überweisender Betrag tatsächlich existiert und überwiesen wird - hat derjenige, der die Gebühren vorstreckt, einen Gewinn von 4510 Euro. - Falls es nicht ehrlich und eine solche Erbschaft nicht existiert - habe ich keinen Verlust von 490 Euro.

Das wäre doch eine Lösung? oder?"

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Er antwortete umgehend und bestand darauf, dass ich 490 Euro überweise. - Ich wurde denn direkter:

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"Aufgrund unseres Schriftwechsels kann ich an die Realität einer solchen Erbschaft - gleich den anderen Fällen - nicht so recht glauben. Unsere Korrespondenz liefert interessantes Material für literarische Bearbeitung. Dafür möchte ich Ihnen danken"

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Und noch eine kurze Unterhaltung mit einem anderen „Erbschaftsverwalter“, gleich im Anschluss an oben wiedergegebene (um welche mir zugedachte Summe es grad geht, weiß ich nicht mehr; aber sicher sehr viel).

Auf die Frage, warum ich ihm nicht antworte, erhielt er denn die Antwort:

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Ich:

Wie gesagt: Ich kann keine 150 Euro riskieren. Und noch einmal: wenn jemand für mich vor Ort die Verwaltungsgebühren bezahlt, schicke ich ihm gleich nach Erhalt der versprochenen Summe das Zwanzigfache. - Sollte die versprochene Summe tatsächlich existieren, so hätte der Betreffende einen Gewinn von 5850 Euro. - Falls die Summe nicht existiert (was ich leider vermuten muss) habe ich keinen Verlust von 150 Euro.

Im Laufe der letzten paar Wochen hatte ich eine ganze Reihe solcher Angebote; teilweise solch offensichtlicher Schwindel, dass ich gar nicht antwortete. Auf einige reagierte ich; teilweise aus Neugier, um zu sehen, womit meine Zeitgenossen ihr Geld verdienen, und in einigen Fällen schien es mir sogar, als könne es ehrlich gemeint sein. So oder so habe ich interessantes Material gesammelt für literarische und publizistische Bearbeitung

 

Der Herr Rechtsanwalt:

Sir, wenn Sie meine Nachricht erhalten haben, antworten Sie mir bitte so schnell wie möglich

Weil ich nichts Schlechtes zu Ihnen sage, es ist Ihr guter Herr, ich möchte, dass es Ihnen gut geht, glauben Sie mir

 

Ich:

Das freut mich. Und ich quäle mich nun weiter ab, um aus dem finanziellen Engpass rauszukommen. Auf realen Wegen, ohne 150 Euro in den Wind zu schleudern. Sollte real jemand daran interessiert sein, dass ich meine Tätigkeit unbedrängt von finanziellen Sorgen weiterführen kann, so würden sich auch Wege finden, das mit den Gebühren zu regeln. 

Wie ich die Situation aufgrund unserer Korrespondenz einschätze geht es hier rein darum, von mir - wie auch von unzähligen anderen - Gebühren zu kassieren für nicht existierende Verwaltungsaktivitäten. Ist das so? Ich weiss es nicht, schliesse es aber nicht aus. Wenn es so ist wie ich vermute, wünsche ich Ihnen, dass Sie es irgendwie mit Ihrem Gewissen vereinbaren können, Ihre Mitmenschen an der Nase herumzuführen.

 ♦♦♦

Als Einstiegsillustration Stelle aus einem Vertrag, den ich unterzeichnen sollte, um 600.000 Euro zu erhalten (von Verwaltungsgebühren ging da, glaub ich, noch keine Rede.) 

Die Unterhaltung war in Deutsch, der Vertrag in Französisch. In deutscher Übersetzung lautet das rot gedruckte: „sechshundert Millionen Euro“ Und in Klammern die klein wenig bescheidenere Summe. Dem Herrn Rechtsanwalt antwortete ich in Deutsch, daß ich ein solches Wirrwarr nicht unterschreiben kann; und wenn er kein Französisch kann, soll er den Vertrag in Deutsch schreiben, oder ihn wenigstens von jemandem, der Französisch kann, prüfen lassen. 

Und der Dame riet ich, in scheinbarem Ernst, sich einen richtigen Notar zu suchen und daß ein Mensch, der solches Wirrwarr verschickt, als Notar wohl kaum zu gebrauchen ist.

Womit die Sache mit den 600.000 Euros vermutlich erledigt ist. Oder auch nicht; keine Ahnung.

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Aber ausgesprochen nervig ist dieses Volks... Werd nun wohl anfangen mit Blockieren, und das gesammelte Material publizistisch oder literarisch verarbeiten.

 


Fortsetzung am 13. Dezember 2022

Und das hörte nicht auf.

Nachfolgend eine gestern per WhatsApp an einen gebührensammelnden erbschaftsverwaltenden „Notar“ geschriebene Antwort:

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Von einer Dame, Mardina Fheichol oder Fheichola, wurde mir eine Schenkung in Höhe von 350.000 Euro angeboten. Ich hatte niemanden um solche Schenkung gebeten; doch da man sie mir angeboten hatte, lehnte ich nicht ab.

Ich erhielt dann von einem Notar namens Frank Beton einen "Akt der Schenkung" aus einem in Berlin gelegenen Notariat; Briefkopf in fehlerhaftem Französisch. Laut diesem, insgesamt recht wirren, Dokument ist "der Unterzeichnete: Mardina fheichola, geboren am 11. August 1958"...

Das war alles so wirr, dass ich mich nicht weiter damit abgeben wollte, geschweige denn die verlangte Gebühr von 235 Euro bezahlen.

Ich betrachtete die Sache als erledigt; doch dann ging es trotzdem weiter.

Der erste Notar wurde irgendwie „ausrangiert“ (zum Plausch und weil ich grad Zeit hatte, machte ich auf einige besonders ins Auge fallende „Irrsinnigkeiten“ aufmerksam; vielleicht hatte man verstanden, daß das so nicht geht); und dann erhielt ich von Ihnen ein weiteres Dokument, auf welchem "der unterzeichnende frau Mardina Fheichol, geboren am 31.Mai 1940 in Deutschland..."

In dem von Herrn Beton erstellten Dokument war sie oder er am 11. August 1958 geboren. Ein fürwahr beträchtlicher Altersunterschied für eine und die gleiche Person.

Ich bin kein Jurist; aber selbst als Nicht-Jurist fällt es mir schwer, dieses Durcheinander ernstzunehmen.

Und es fällt mir schwer, bei dieser Wirrnis an eine reale Schenkung zu glauben.

Sollte trotzdem eine für mich bestimmte Schenkung vorhanden sein - machen wir es so, wie ich vorgeschlagen habe: Sie bezahlen für mich die anfallenden Gebühren in Höhe von 196 Euro; und nach Erhalt der 350.000 überweise ich Ihnen 10.000 Euro.

Wenn keine zu schenkende Summe vorhanden ist, oder wenn Sie die 196 Euro nicht vorstrecken wollen - vergessen wir die Sache, und Sie lassen mich weiterhin in Ruhe.

OK?

♦♦♦

 

вторник, 21 июня 2022 г.

So isses


 ♦♦♦

In den letzten Tagen das Gefühl: endgültig auf’m Abstellgleis gelandet zu sein.

Könnte sein. Wär möglich.

Eher leistungsfähiger als früher. Dabei aber auch stärkere Distanz gegenüber weltanschaulicher Festgefahrenheit, gegen Übertünchen eigener Fragen und eigenen Strebens durch gedankenlos übernommene fertige Antworten (ja, ich beschäftige mich mit Schriften, aus deren Inhalten man sich bei entsprechender Gedankenlosigkeit fertige Antworten zurechtkonstruieren kann; bloß entnehme ich all dem bloß Anregungen, und Unverdautes verdaue ich weiter und schaffe mir keine Verdauungsstörungen durch vorzeitiges Ausformulieren und frommes Reden).

Das Problem ist mir schon seit langem bewusst; aber es wurde nun immer griffiger.

♦♦♦

Eine Weile verfasste ich fleißig Unterrichtsmaterial „Deutsch für Russischsprachige“ und „Russisch für Deutschsprachige“; gab auch – online wie direkt – Privatunterricht in beiden Sprachen. Das Veröffentlichte wird, wie ich merke, fleißig gelesen. Immerhin. 

Für mich noch interessant, weil ich dabei vorher verborgene Beziehungen der Ausdrucksmöglichkeiten beider Sprachen entdecke. Beide Sprachen beherrsche ich fließend; mit Deutsch bzw. in einem deutschen Dialekt bin ich aufgewachsen, Russisch habe ich mir im Selbststudium selbst beigebracht. Mit deutscher Grammatik kam ich am Gymnasium in Kontakt; aber das kann man vergessen, und ich habe es auch vergessen. Mit russischer Grammatik habe ich mich notgedrungen beschäftigt; immerhin war das über längere Zeit hinweg eine Fremdsprache. Und nun entdecke ich, wenn ich mal literarische oder philosophische Texte von einer Sprache in die andere zu übersetzen habe, wenn ich unterrichte oder Unterrichtsmaterial verfasse, das Zusammenspiel der Ausdrucksmöglichkeiten, der Ausdrucksweisen beider Sprachen.

Iss doch lustig.

Da stoß ich also – wenn, zurzeit, auch nur auf Distanz – auf Interesse.  

♦♦♦

Auf reges Interesse stoße ich bei Scammern und Scammerinnen.

Ein gestern an eine Meldestelle für Internetkriminalität verfasstes Schreiben:

***

Gestern wurde ich per Skype von Interpol kontaktiert.

Zunächst dachte ich, es sei tatsächlich Interpol. Es ging um eine Scammerin, mit der ich längere Zeit korrespondierte und der ich leichtsinnigerweise – weil sie mir glaubhaft versicherte, sie hätte ihre Scammerei aufgegeben und wolle ein neues Leben anfangen – gelegentlich kleinere Summen überwies, um ihr auf die Beine zu helfen. Der „Interpol-Agent“ versicherte mir, daß da ihm Hintergrund eine Person am Wirken ist, die sehr aktiv und mit großem Erfolg den Leuten das Geld aus der Tasche zieht; und daß man diese Person nun finden und unschädlich machen will. Ich erklärte mich bereit, ihnen bei Bedarf Information und Unterlagen zukommen zu lassen, über die ich in diesem Zusammenhang verfüge; bloß ergab sich dann, daß sie weniger an Information interessiert sind, denn vielmehr daran, daß ich ihnen ein paar hundert Euro überweise, um ein Dossier aufzumachen; und wenn dann die Person verhaftet sei, bekäme ich das Doppelte der Summe, die ich der Betreffenden überwiesen habe, zurück.

Sehr großzügig.

Ich schaute mir dann alles mal genauer an und verstand, was los ist.

Natürlich werde ich nichts überweisen. Ich schicke Ihnen diese Information, da ich davon ausgehen muß, daß die Betreffenden das nicht nur mit mir versuchen. Im Weiteren Information zu diesem „Interpol-Agenten“, die Sie vielleicht an entsprechende Stellen weiterleiten können. Falls Sie solches nicht für nötig finden – vergessen Sie’s.

Das Gespräch wurde schriftlich geführt, in Französisch. Laut eigener Aussage befand die mich kontaktierende Person in einer Dienststelle in Lyon (Frankreich). Als ich merkte, daß da was nicht stimmt, schaute ich mir auf Skype den Absender an. Als Ort gab Skype „CREMONA.IT“ an. Also offenbar Italien. Als Absender stand da „[…]“.

Er gab mir dann auch die E-Mail-Adresse seiner vorgesetzten Dienststelle: Police Interpol pi[…]@gmail.com. Und von dort bekam ich heute sogar eine E-Mail. (armes Interpol; kann sich nicht einmal ein eigenes Domain leisten und muß mit Gmail vorlieb nehmen)

So weit mal, damit es nicht zu viel wird.

Bei Interesse kann ich ausführlicher berichten

***

Was es mit der eingangs erwähnten Scammerin – mit der ich noch immer in Kontakt bin – real auf sich hat, weiß ich nicht so genau; kann mich aber des Eindrucks nicht erwehren, daß da wirklich ein Mensch ist, der sich durch unsere Kommunikation entwickelt hat. – Irrtum vorbehalten.

Daß der Ganove, den ich bei der Meldestelle meldete, zumindest früher, als sie noch im Scammermilieu aktiv war, mit ihr in Verbindung stand, scheint mir sicher. Und ganz sicher stand er in Verbindung mit einer Scammerin, die mich ein paar Tage vorher kontaktiert hatte.

Über ein anderes Abenteuer mit einer Scammerin hab ich vor ein paar Tagen unter http://www.klamurke.com/Geschichte/Libellen_13.htm berichtet.

♦♦♦

So leben wir denn,

und so isses

Prost

 


воскресенье, 3 мая 2020 г.

Warum ich dauernd am Schreiben bin

♣♣♣

(aus einem soeben geschriebenen Brief)

♣♣♣

Tag für Tag schreib ich solchen Quatsch, um mich aus merkwürdiger Seelenstimmung herauszuwurschteln… Wahrhaft erfrischend , wenn aus unbekümmertem Spiel mit Rhythmen und Lautklängen sich allmählich eine völlig unsinnige, widersinnige Darstellung herauskristallisiert. Solcher bewusst ausgestalteter Unsinn hilft mir, zu dem unser Zeitalter beherrschenden unhinterfragten Alltagsunsinn einen gewissen inneren Sicherheitsabstand zu schaffen.
Bei der Entwicklung meiner Schreiberei ging ich ja nie oder fast nie davon aus, Schriftsteller zu sein oder zu werden und mein aus Seelenkämpfen (wie Anthroposophen das nennen) geborenes Geschreibe zu veröffentlichen. Eine kurze Phase gab es, wo ich mich für einen Schriftsteller hielt und Schriftsteller sein wollte; damals, als die Sache mit „Onkel Otto´s Opera“ verhältnismäßig erfolgsversprechend am Laufen war. Zum Glück blieb das dann stecken; sonst würde ich heute bei der Rückschau über meinen Entwicklungsweg dauernd mit so´nem eingebildeten Trottel konfrontiert… (daß ich auf Dauer darin hätte steckenbleiben können glaub ich nicht).
Wenn ich veröffentliche, so halt, weil ich denke, daß es auch für andere interessant oder hilfreich sein kann. Durchaus möglich, daß für manche der von mir in Seelenkämpfen geschaffene Unsinn nur bei strenger Dosierung erträglich ist; aber wenn die eingehaltene Dosierung hilfreich ist – warum nicht?
Vor ein paar Tagen füllte ich die sechsteSeite mit den Tirckl-Wolff`schen Kurztexten auf; die ist nun voll. 40 Texte pro Seite habe ich vorgegeben. Online sind also bislang 6 x 40 = 240 Tirckl-Texte. Weiterer bereits ausgearbeiteter Kurzblödsinn wartet darauf, in der noch anzulegenden siebten Seite seine Unterkunft zu finden. Fast täglich kommen neue hinzu; und dann noch die unzähligen und immer mehr werdenden der Ausarbeitung harrenden Entwürfe. Einfach schrecklich. Schuld ist allein der Weltenunsinn, der mich zwingt, mich mit künstlerisch ausgestaltetem Unsinn gegen das Ersticken zu wehren. Iss nu mal so.
An zwei Tagen schrieb ich im Laufe der letzten Woche frühmorgens, in leicht destruktiver Stimmung, zwei Vondortismen, und vondortisierte sie auch. Im Weiteren rettete ich mich dann mit Hilfe von Tircklismen aus besagter destruktiver Stimmung heraus.
Beide häng ich an.
So isses