воскресенье, 10 августа 2014 г.

Wie ich ein Gedicht schrieb

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(Da es sich um ein poetisches Thema handelt,
sei ein poetisches Titelbild gestattet)

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Unseren hochachtbaren Schriftstellern und Schriftstellerinnen, Dichtern und Dichterinnen sei von vornherein Entwarnung gegeben: Weder Schriftsteller bin ich noch Dichter und bilde somit keinerlei Gefahr als potentielle Konkurrenz. Gestatte mir einfach, ab und zu ein Gedicht zu schreiben; einfach so; als Privatperson.

Darf man doch; oder?

Im Weiteren eine meiner neuesten Schöpfungen mitsamt ausführlich dargelegter Entstehungsgeschichte sowie Unter- und Hintergründe.

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Was suchst du

gebrochene Bretter im Kühlschrank?

Im Kühlschrank ist nur Marmelade.

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Die tieferen Untergründe des Werkes sind schnell dargelegt:

Ich hatte den Eindruck, daß es mal wieder an der Zeit ist, ein Gedicht zu schreiben. Also schrieb ich ein Gedicht.

Aus diffuser Lautsuppe bildeten sich – wie beim Urknall die Planeten mit ihren weisheitsvoll aufeinander abgestimmten Bahnen – einzelne rhythmisch und lautlich gefällig aufeinander abgestimmte Wörter heraus, die ich im Hinblick auf einen möglichst unsinnigen inhaltlichen Sinn etwas formte; und schon war die Weltliteratur um ein neues Werk bereichert. Die Folge br-br-schr in der zweiten Zeile finde ich sehr ästhetisch; die Frage, wie jemand auf den Gedanken kommen kann, gebrochene Bretter in einem Kühlschrank zu suchen, und wozu man überhaupt so dringend gebrochene Bretter brauchen könnte (schon wieder dieses herrliche 'br', sogar verstärkt durch ein 'dr', in 'dringend gebrochene Bretter brauchen') regt auf gefälligste Weise die Phantasie an; причём bei jedem auf jeweils eigene Weise; und die lapidare Feststellung, daß im Kühlschrank – statt gebrochener Bretter – nur Marmelade zu finden ist bringt das Ganze zu einem würdigen Abschlusse.

Понятно?

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So isses.