среда, 14 декабря 2016 г.

Zermürbendes Herdentum mit verlogenen Hirten

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Dieses Foto habe ich im Juni dieses Jahres in Moskau geknipset:
In Moskau reparieret ein Mensch sein Fahrrad.


(Durchfanatisierten Verschwörungstheoretikern, die überall durch böse Russen angezettelte Verschwörungen wittern, sei gesagt:
Den Putin habe ich in Moskau nicht getroffen und auch niemanden vom Geheimdienst. Nur ein paar Bekannte traf ich; und reiste dann weiter nach Samara, welches auch in jenem Rußland liegt, aber weit weg von Moskau und von Putin)

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Aus meiner Korrespondenz mit der Gründerin des Münchener deutsch-russischen Kulturzentrums „Mir“. Mit meiner Erlaubnis verteilte sie diesen meinen Brief in ihrem Freundeskreis; was zu unerwarteten Reaktionen führte.
So veröffentliche ich ihn, den Brief, denn auch hier in meinem Blog. Einfach so; fast unverändert.

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Ja, das siehst du richtig; ich fühl mich etwas zerzaust. Aber das sind nicht so sehr eng persönliche Probleme, sondern mehr die Gesamtsituation mit Rußland.

Zwischendurch macht das mich so fertig, daß ich absacke und keine Kraft mehr habe für nix. Aber das ist immer nur vorübergehend; nach kurzer Zeit tauche ich immer wieder auf. Kann gar nicht unten bleiben; die Kraftreserven sind zu groß.

Da sind, zum einen, die primitiven Lügen, die primitive Hetze im Westen. So primitiv, daß nicht einmal mehr ein klares Gedankengeflecht zu erkennen ist, sondern einfach nur ein Aneinanderreihen von Schlagworten und Floskeln. Und das Bedrückendste: ganze Völkerscharen nehmen dieses Floskelamalgam für bare Münze. Merken nicht, daß sie kaum noch eines klaren Gedankens fähig sind. Was kann man von solchen Leuten noch erwarten? Nichts doch; oder?
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Als der Ukraine-Konflikt losging, merkte ich zum ersten Mal, wie katastrophal das Niveau der deutschen Presse mitsamt Großteil des deutschen Publikums ist. Schon kurz vorher, bei dem lautstarken Pussy-Riot-Geschrei, hatte ich genügend Gelegenheit, mich gründlich zu wundern; aber wie schlimm das ist wurde mir erst bei der Ukraine-Krise nach und nach deutlich. 

Die deutsche Presse faselte herum und log, und das breite Publikum nahm gläubig alles für bare Münze. Da ich merkte, daß neben diesen gläubigen Idioten auch noch sehr viele da sind, die sich informieren wollen und sich nicht informieren können, da sie kein Russisch können und auch nicht wissen, wo sie Information bekommen können. Da begann ich dann, in meinen verschiedenen Blogs und auch in Pdf-Dateien, die ich verteilte, russischsprachige Information in deutscher Übersetzung zu veröffentlichen. [Links zu solchen PDF-Dateien findet man hier]

Ähnlicher Tätigkeit hatte ich auch schon im Sommer 2008 während des russisch-georgischen Kriegs gewidmet. Zu jener Zeit lebte ich in Odessa, hatte vorher mehrere Jahre in Georgien gelebt, kannte die Situation und war permanent mit Leuten vor Ort in Kontakt. So übersetzte ich denn vertrauenswürdige russischsprachige Information ins Deutsche und gab Nachrichten weiter, die ich per E-Mail von in Georgien lebenden Freunden erhalten hatte.

Damals dachte ich noch, die deutschen Medienleute seien einfach nur dumm und unfähig, und der Großteil des Publikums halt plump autoritätshörig. Daß bei den Medienleuten nicht nur Dummheit vorliegt, sondern daß das Publikum gezielt an der Nase herumgeführt werden, versteh ich erst seit der Ukrainekrise; und mit der plumpen Autoritätshörigkeit des breiten Publikums hatte ich im Prinzip recht; bloß ist das alles noch viel schlimmer, als ich damals dachte.
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Mit Einsetzen der Ukraine-Krise begann ich also wieder eine Informationskampagne.

Und es gab da ganz merkwürdige Reaktionen: Von Leuten, die durch solche Information und solche Gedanken ihre Lieblingsvorstellungen bedroht sahen.

Eine Auseinandersetzung mit einer solchen Person hab ich in dem Blogeintrag „Von Photoshop, bösen Russen und sonstigenunsere Beachtung verdienenden Wesenheiten“ zusammengefaßt. Ich veröffentlichte das, weil es symptomatisch ist. Symptomatisch für die westliche Blödheit. Den Betreffenden kenne ich persönlich; nenne ihn halt nicht. Zuletzt gesehen haben wir uns Anfang der neunziger Jahre, bevor ich mich nach Moskau entfernte. 

Inzwischen ist er Chefredakteur eines verhältnismäßig kleinen, aber in verschiedenen Kreisen doch recht einflußreichen Blattes, und hat gläubige Abnehmer für seinen fanatischen Quatsch. In seinem Fall weiß ich aber sicher, daß er nicht bewußt lügt, sondern treuherzig den Lieferanten seiner Lügen und auch sich selber glaubt.

Ich hatte ihn als verhältnismäßig intelligent in Erinnerung. War er damals auch; ist aber offensichtlich zum gedankenlosen fanatischen Floskelverteiler degeneriert.

Und wenn ich sehe, wie Leute, die es eigentlich besser könnten, zunehmend degenerieren – ist doch recht bedrückend. Und er ist ja keineswegs ein Einzelfall. Dafür ein symptomatischer Fall…
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Nun habe ich schon sehr viel geschrieben. Fast zuviel.

Und sehr viel gäbe es noch anzudeuten.

Zum Beispiel, wie bedrückend es ist zu sehen, wie in Rußland die Stalingläubigen wieder Boden gewinnen. Leute, die keine Ahnung von Geschichte haben (für mich ist Leugnen des Stalinterrors nicht minder schlimm als Leugnen des Holocaust) [siehe etwa meinen Blogeintrag „Hitler und Stalin“]

Und vieles andere mehr, das mich manchmal hilflos macht.
Aber ich komm wieder hoch.

Eigentlich sollte ich wieder nach Rußland; da fühl ich mich eher am Platz; und vermutlich könnte ich von dort aus – unter anderem auch, weil ich dann mehr Kraft habe – mich eher nützlich machen. Eigentlich ging man in Samara davon aus, daß ich bereits im Herbst wieder zurück komme; aber irgendwie scheint mir das noch nicht ausgereift. Halt alles nicht so einfach…
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[Vor einiger Zeit legte ich eine Seite an, auf der ich von mir verfaßte Rußland betreffende Anmerkungen veröffentliche. Nach Veröffentlichung dieses Textes werde ich es mal wieder etwas aktualisieren…]
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суббота, 29 октября 2016 г.

Von Zeitumstellung und sonstigem Fortschritt





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Zusätzlich zu rein prinzipiellen Bedenken habe ich noch einen rein privaten Grund, der mir die Zeitumstellung unsympathisch macht. 

Nämlich ging vor ein paar Monaten meine Armbanduhr kaputt. 

Eine Armbanduhr war das, bei der, wie zu Urgroßvaters Zeiten, die Zeiger auf mechanischem Wege durch Drehen eines Rädchens verstellt wurden. – Diese Uhr ging also kaputt, und ich kaufte auf die Schnelle eine neue. An dieser neuen Uhr ist kein Rädchen dran, aber dafür gibt es vier Tasten. Mit ganz normalen Zeigern zeigt sie die Zeit, und zusätzlich hat sie noch ein kleines Display, das mich zunächst weiter nicht interessierte.

Kurz darauf verschlugen die Stürme des Lebens mich nach Samara; und in Samara ist man, wie sich herausstellte, der mitteleuropäischen Zeit um zwei Stunden voraus. Wie ich mit Hilfe besagter vier Knöpfe meiner Armbanduhr das klarmachen sollte – wußte ich nicht. Ich lud mir dann aus dem Netz die Gebrauchsanleitung herunter; aber trotz untertänigster Befolgung der Gebrauchsanleitung waren die Zeiger nicht von der Stelle zu bewegen.

Dafür konnte man, wie sich herausstellte, das Display nicht nur für alle möglichen Spielereien benutzen, sondern auch zum Anzeigen einer Parallelzeit. Das funktionierte. So teilte ich denn der Elektronik meiner Armbanduhr mit, daß die Anzeige der Zeiger für mitteleuropäische Zeit gilt; und das Display wies ich eine den Mitteleuropäern um zwei Stunden vorauseilende Zeitzone zu. Und wenn ich in Samara wissen wollte, wie spät es ist, so ließ ich die Zeiger links liegen und guckte auf das Display.

Zwei Monate später, nach kurzem Zwischenaufenthalt in Moskau – wo man der mitteleuropäischen Zeit nur eine einzige Stunde voraus ist – betrat ich dann wieder montenegrinischen Boden; und von nun ab ließ ich das Display links liegen und kümmerte mich nur noch um die Zeiger.

Und morgen werd ich mir dann wohl oder übel wieder die Gebrauchsanleitung meiner Armbanduhr anschauen, um das Display von Samara-Zeit auf Greenwich-Zeit umzustellen; und fortan – bis zur nächsten Zeitumstellung oder Reise – werde ich nicht mehr auf die Zeiger gucken, sondern auf das Display.

Es sei denn, ich kaufe mit eine neue Armbanduhr.

Ohne Display, aber dafür mit Rädchen zum Verstellen der Zeiger.
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So isses
 

среда, 9 марта 2016 г.

Von imaginären und nichtimaginären Persönlichkeiten


(Kosma Prutkov und das Vondorten’sche Multiversum)

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Kosma Prutkov

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Kosma Prutkov ist eine unübersehbar wichtige Dichterpersönlichkeit, mit deren Werken jeder gebildete Mensch, ob er will oder nicht, sich vertraut machen muß.


Geboren wurde er 1853 als Inkarnation einiger russischer Autoren, die unter diesem Namen Höheren Blödsinn veröffentlichten.


Der des Russischen nicht mächtige deutschsprachige Leser findet unter nachfolgend wiedergegebenem Linke eines der Werke von Kosma Prutkov: dem deutschen Dichter Heine nachempfundenes russisches Original mit kommentierter deutscher Übersetzung: Wackere Studiosusse.

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Außer dem großen Kosma Prutkov gibt es dann noch den gleichfalls großen Wilhelm von Dorten.
 
Beide stehen zueinander im Verhältnis der Umstülpung:


Nämlich vereinigen sich in dem einzigartigen Kosma Prutkov mehrere real lebende Dichterpersönlichkeiten, während das Vondortensche Multiversum aus einer Vielheit imaginärer Dichterpersönlichkeiten besteht, deren Existenz durch die Schreibkunst des einzigartigen Wilhelm von Dorten gespeist wird. 

(Einzelheiten siehe „Das vondorten’sche Multiversum“)

 
Die oben formulierte Umstülpungstheorie führte zu einem Streitgespräch mit unser aller Freund Ernst Tirckl-Wolff, welches, da es wichtig ist, hier wiedergegeben sei:



Ernst Tirckl-Wolff: Wenn man jedoch in Erwägung zieht, daß es sich auch bei dem großen Wilhelm von Dorten um eine imaginäre Persönlichkeit handelt, wird die Sache ausgesprochen rätselhaft


Raymond: Misch du dich da mal nicht ein. Gehörst ja selbst zu dem Vondortenschen Multiversum


Ernst Tirckl-Wolff: Bin ja auch selbst eine imaginäre Persönlichkeit


Raymond: Ach so ja, stimmt


Ernst Tirckl-Wolff: Und du?


Raymond: Ich? Ich komm mir manchmal etwas imaginär vor, schein aber vorhanden


Ernst Tirckl-Wolff: Dann isses gut
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