четверг, 16 января 2014 г.

Gewohnheitsmäßiges

46_Ausrangiertes_IMG_1116

(Ehemaliger Lastwagen, fotografiert vom Fahrersitz eines ehemaligen Busses)

Einer dieser wie Pilze aus dem Boden wachsenden Coacher teilte mir per E-Mail mit, daß man bei ihm lernen kann, "Gewohnheiten dauerhaft zu verändern und neue Erfolge zu erzielen".

Der gute Mann übersieht bloß, daß veränderte Gewohnheiten immer noch Gewohnheiten sind.

Ich aber möchte den Gewohnheiten verbieten, mein Leben zu regeln und es in ihre Bahnen zu zwängen. Geistesgegenwärtiges Erfassen des Moments möchte ich lernen und situationsgerechtes Handeln. Gewohnheiten stören da nur.

Da aber permanente Geistesgegenwart nicht so leicht zu erreichen ist, können Gewohnheiten nützliche Überbrückungshilfen sein; aber nur, wenn man sie unter strenger Aufsicht hält.

In vorliegendem Fall, zum Beispiel, reagierte ich, rein gewohnheitsmäßig, allergisch auf die Floskel "Erfolge erzielen". Schaute nur kurz hin und löschte.

Hätte ich beim Hinschauen festgestellt, daß das kein Coacher ist, der mir irgendein hundertprozentig wirksames Rezept zum erfolgsgesättigten Leben verkaufen will, sondern irgendein Unglücklicher, der mit ungeschickten Worten versucht mir zu erklären, was ihm auf der Seele brennt – so hätte ich jene Gewohnheit beiseitegeschoben und ihr gesagt, sie soll gefälligst schweigen. Im Weiteren hätte ich dann versucht, zu ergründen, was der Betreffende denn nu meint, und das gewohnheitsmäßig meine Allergie heraufbeschwörende "Erfolge erzielen" hätte mich weiter nicht mehr gestört.

Da ich aber sah, daß es nur einer dieser Coacher ist mit einem dieser hundertprozentig wirksamen Erfolgsrezepte – beließ ich die Gewohnheit in ihrem Rechte und drückte die Löschtaste.

So isses.

среда, 8 января 2014 г.

Morgengedanken

Spatz-

(Warum ausgerechnet dieses Bild? - Keine Ahnung)

Als ich heute früh an meinen Schreibtisch kam, da fiel mein Blick auf eine Notiz:

Riecki roxt entlaufener Winkelmesser Tinte

Ach ja. Ich entsinne mich. Eine zu nächtlicher Stunde komponierte Lautkomposition mit Anflug von rätselhaftem semantischem Inhalt. Stand sogar extra auf, um es niederzuschreiben. Hätte ich es nicht niedergeschrieben, so hätte ich es vergessen.

Wie alles, was ich schreibe – außer den Sachen, die völlig uninteressant sind und aus denen man beim besten Willen nichts Sinnvolles herausentwickeln könnte – nicht uninteressant und durchaus entwicklungsfähig.

Manchmal veröffentliche ich solchen skizzenhaften Unsinn in Facebook. Oder bitte meinen Freund Ernst Tirckl-Wolff, es zu veröffentlichen.

Außer zu Zeiten, wo ich unter akuter Facebook-Allergie leide.

Zur Zeit leide ich.

Wäre ich ein berühmter Schriftsteller, so würde ich es mit großem Pomp irgendwo veröffentlichen, und die Literatursnobs würden es mit vor Ernst erstarrten Mienen zitieren.

Das wäre ein Gaudi!

Wenn man berühmt ist, hat man ganz andere Möglichkeiten, sich über die Leute lustig zu machen. Schade, daß die heutigen Berühmtheiten alle so phantasielos sind. – Nun, Kunststück, sie sind Produkte derjenigen, über die sie sich eigentlich lustig machen sollten, und nehmen sich entsprechend auch selber tierisch ernst.

Wo waren wir stehengeblieben?

Ach so.

Ja.

Zwischendurch nervt mich all dieses Geschreibe. Aber trotzdem kann ich es nicht lassen.

Am meisten nerven mich zur Zeit verschiedene Sachen, die schon fertig sind und veröffentlicht. Sie sind allesamt, wie ich nicht leugne, nicht einmal schlecht und durchaus lesbar; aber sie nerven mich trotzdem. Mit all diesem Zeugs ist auf idiotischste Weise einiges schiefgelaufen; und ich muß mich nun drum kümmern.

Aber ich habe keine Lust, mich darum zu kümmern.

Nicht die geringste.

Muß ich aber.

Verschieb es auf die Zeit nach dem Julianischen Neujahrsfest.

Richtig.

Selbst leb ich zur Zeit in einer gemischt gregorianisch-julianischen Region; und die treuesten meiner Bundesgenossen leben fast alle im Einzugsbereich des julianischen Kalenders.

Das Julianische Silvester ist in der Nacht vom 13. auf den 14.

Runden wir auf auf den 15. und beginnen ab da, gestärkt durch sich gegenseitig stützende gregorianisch-julianische gute Vorsätze, ein ernsthaftes Leben.

So isses.